Die Philosophie von SEIN & SINN

Das Sein konstituiert die biologisch-physische Dimension lebender Geschöpfe. Diese Dimension kennt keine Sprache und auch keine Zeit, existiert ausschließlich in der Gegenwart, im Jetzt der kosmischen Genese.
Sinn entsteht in dessen sprachlich-symbolischer Konstruktion durch den Menschen. Nur in dieser Dimension der Sprache kann über das Konstrukt Zeit eine virtuelle Re-Konstruktion der Vergangenheit und ebenso virtuelle Konstruktion der Zukunft stattfinden und die Bindung des Seins an die Gegenwart „scheinbar“ überwunden werden.

Die Seele manifestiert sich, indem sie einem jeweils lebenden Geschöpfen einer jeglichen Spezies die phylogenetisch gesammelten Überlebenserfahrungen seiner Vorfahren durch Emotionen vermittelt.
Der Geist eines Menschen konstituiert sich im Erlernen der Sprache und dem Erfassen der sprachlich-symbolischen Sinnkonstruktionen der menschlichen Spezies, somit nur im Menschen und keinem anderen Geschöpf unseres Planeten Erde.

Geschöpfe sind biologisch-physische, von der Natur geschaffene Kreaturen. Sie existieren im Sein, damit auch ausschließlich im Jetzt der kosmischen Genese.
Personen sind vom menschlichen Geist geschaffene, sprachlich-virtuelle Konstrukte, die auf Geschöpfe verweisen. Sie entstehen in den sprachlich-symbolischen Sozialorganisationen des Menschen und bekommen dadurch eine virtuelle, nur in den Symbolen der Sprache existente Gestalt, Positionierung, Vergangenheit und Zukunft.

Seele und Geist sind neuronale Instanzen im menschlichen Gehirn, die jeweils in den Dimensionen Sein und Sinn menschliches Verhalten koordinieren und Anschlussfähigkeit generieren.

Beide Instanzen menschlicher Verhaltenskoordination, Seele wie Geist, konstituieren sich durch autopoietische Neuronennetzwerke in den Gehirnen des Menschen. Jede Instanz erzeugt dabei autonome Wirklichkeitskonstruktionen, die sich durch eine strukturelle Koppelung gegenseitig beeinflussen, jedoch nicht determinieren können.

Durch diese unterschiedliche Konstruktionen von Wirklichkeit und die relationale Autonomie der beiden Gehirninstanzen wird nachvollziehbar, dass sich Seele und Geist bei der Einflussnahme auf das Fühlen und Handeln des Menschen, in dem sie wirken, in die Quere kommen können.

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